Gelenkspiegelung / Arthroskopische Operation

Gelenkspiegelung / Arthroskopische Operation

Arthroskopie (= „Gelenkspiegelung“, „Gelenk-Endoskopie“) Unter einer Arthroskopie versteht man die „Gelenkspiegelung", d.h. der Blick in das Innere eines Gelenkes mit Hilfe einer Optik. Das Arthroskop besteht aus einer kleinen Rohr (Trokarhülse) und der Optik selbst. Durch einen etwa 5 mm langen Hautschnitt unterhalb der Kniescheibe wird die Trokarhülse mit einem Führungsstab (Trokar) in das Gelenk vorgeführt. Der Trokar wird anschließend durch die Hülse hindurch wieder aus dem Gelenk herausgezogen. Durch die im Gelenk verbleibende Hülse wird dann die Optik in das Gelenk eingeführt. Zusätzlich werden an das Arthroskop zwei Schläuche angeschlossen. Durch einen Schlauch wird Flüssigkeit in das Gelenk eingebracht, um die Gelenkhöhle zu spülen und für eine bessere Übersicht zu dehnen, der andere dient zum Absaugen der Flüssigkeit. Für einen operativen Eingriff ist ein zweiter Hautschnitt ebenfalls mit einer Länge von ca. 5 mm notwendig, durch den die kleinen Operationsinstrumente in das Gelenk eingebracht werden können. Die arthroskopische Optik besteht aus einem Linsensystem, einer Lichtquelle und einem Lichtleitkabel. Videokameras in kleinster Ausführung und mit weniger als 30 g Gewicht machen es möglich, das Innere des Gelenks aufzunehmen und über einen Bildschirm (Monitor) vergrößert wiederzugeben. Der Operateur muss deshalb nicht mehr durch das Arthroskop in das Gelenkinnere sehen, sondern kann mit Blick auf den Monitor arbeiten (Videoarthroskopie). Die Videotechnik ist aufwendiger. Sie hat jedoch den Vorteil, dass sich durch den größeren Abstand zwischen Operateur und Kniegelenk die Gefahr der Entzündung des Kniegelenks durch Keime stark verringert. Daneben erlaubt diese Technik, dass der Behandelte auf Wunsch die Operation mitverfolgen kann und dass Befund und Operation dokumentiert werden können. Bei der Arthroskopie wird ein Gelenk schon lange nicht mehr nur betrachtet und untersucht, wie man aus dem griechischen Begriff ableiten könnte (arthros= Gelenk und skopein=schauen). Sie hat sich zu einem therapeutischen Verfahren entwickelt, mit dem man den überwiegenden Teil der operativen Therapien in der sogenannten „Schlüssellochtechnik“ durchführen kann. Während die arthroskopischen Kniegelenksoperationen seit mehr als dreißig Jahren etabliert sind, haben sich Eingriffe an der Schulter erst seit etwa zehn Jahren als vorteilhaft gegenüber „offenen Operationen“ durchgesetzt. Es folgten Sprunggelenk, Ellbogengelenk, Handgelenke und zuletzt zunehmend das Hüftgelenk. Der Vorteil arthroskopischer Operationen gegenüber herkömmlichen Verfahren liegt nicht nur in den kleineren Schnitten bzw. Wunden und damit verbunden geringeren Schmerzbelastung. Auch die Gefahr einer Infektion (=Entzündung) ist reduziert. Zudem lassen sich heute auf arthroskopischem Wege frühzeitig verschleißfördernde Gelenkerkrankungen („Verschleiß“= Arthrose) aufhalten oder verzögern, die ohne diese Möglichkeit in erheblichen Funktionseinschränkungen, belastenden offenen Operationen oder aufwendigen Ersatzoperationen wie Gelenkprothesen enden würden. Eine Auswahl der Indikationen (=“angebrachte“ Maßnahme) der bei uns erfolgreich durchgeführten Arthroskopien ist unter den jeweiligen Organen aufgelistet.